Vaters Ernährung für die Gesundheit der Kinder wichtig

Die Forschenden um Isabelle Mansuy, Professorin an der ETH und der Universität Zürich, entdeckten, dass Stress zu einem Ungleichgewicht der Micro-RNAs in Blut, Gehirn und in Spermien führt.

Dadurch laufen Zellprozesse, die durch diese Micro-RNAs gesteuert werden, aus dem Ruder, wie die ETH am Sonntag mitteilte. Micro-RNAs regulieren das Erbgut in Zellen. Zum Beispiel steuern sie, wie viele Kopien eines bestimmten Proteins produziert werden.

Die Studie:

„Implication of sperm RNAs in transgenerational inheritence oft he effects of early trauma in mice“ von Isabelle Mansuy und Kollegen ist am 13.4.2014 in „Nature Neuroscience“ erschienen.

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 14.4., 13:55 Uhr.

Väter geben Störungen über Spermien weiter

Männliche Mäuse, die stressigen Situationen ausgesetzt worden waren, verloren zum Teil ihre natürliche Scheu vor offenen Räumen und hellem Licht. Das Bemerkenswerte: Die nachfolgende Generation litt an den gleichen Verhaltensänderungen, obwohl der Mäusenachwuchs selbst keinem Stress ausgesetzt wurde. Die Väter gaben diese Störungen über die Spermien weiter.

Auch die Insulin- und Blutzuckerspiegel lagen bei diesen Jungtieren tiefer als bei Artgenossen, deren Elterngeneration keinen Stress erfahren hatte. „Wir konnten erstmals beweisen, dass traumatische Erfahrungen den Stoffwechsel beeinträchtigen und dass diese Veränderungen erblich sind“, ließ sich Mansuy in der Mitteilung zitieren.

„Mit dem Ungleichgewicht der Micro-RNAs in Spermien haben wir einen Informationsträger entdeckt, über den Traumata vererbt werden könnten“, fuhr Mansuy fort. Dies ganz ohne direkte Veränderung der Erbinformation: Wenn RNAs aus Spermien traumatisierter Mäuse in normale Mäuse injiziert wurden, zeigten auch deren Nachkommen diese Auffälligkeiten.

Stresshormone im Visier

Als Nächstes wollen die Forschenden die Rolle der Micro-RNA auch beim Menschen untersuchen. Da das Ungleichgewicht bei den Mäusen sowohl bei der Elterngeneration als auch beim Nachwuchs im Blut nachweisbar war, hoffen die Wissenschaftler, daraus einen Bluttest entwickeln zu können. So ein Test könnte womöglich stressbedingte Störungen oder die Stressanfälligkeit von Menschen identifizieren.

Über den gleichen Mechanismus könnten auch andere erworbene Eigenschaften vererbt werden, vermutet die Forscherin. Es seien jedoch noch einige Fragen offen, zum Beispiel wie genau es zu dem Ungleichgewicht der kurzen RNAs kommt. „Sehr wahrscheinlich sind sie Teil einer Wirkungskette, die damit beginnt, dass der Körper zu viele Stresshormone produziert.“

science.ORF.at/APA/sda

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