Krebsrisiko vertuscht: Milliardenstrafe für Pharmakonzerne

Die Pharmakonzerne Takeda und Eli Lilly sind von einem Gericht in Louisiana (USA) zur Zahlung von neun Milliarden Dollar (6,6 Mrd. Euro) verurteilt worden. Eine Jury sah es als erwiesen an, dass die zwei Unternehmen Krebsrisiken beim Diabetes-Medikament Actos verschwiegen haben.

Der größte japanische Pharmakonzern Takeda hatte das Medikament entwickelt und Eli Lilly die Vermarktung in den USA übernommen. Beide Firmen erklärten heute, das Urteil anfechten zu wollen. Es gebe keine Beweise für den Vorwurf, dass Actos im vorliegenden Fall Krebs ausgelöst habe.

Ein Sprecher der deutschen Tochter Takeda Pharma in Berlin sagte der dpa, es würden alle Rechtsmittel ausgeschöpft. Das Urteil habe das Unternehmen überrascht.

Klägeranwalt fühlt sich bestätigt

Klägeranwalt Mark Lanier sah sich nach der Urteilsverkündung gestern indes in seiner Auffassung bestätigt: „Ich hoffe, dass die Führungsriege von Takeda in Japan gehört hat, was das Gericht laut und deutlich gesagt hat.“ Seinem Mandanten waren zuvor knapp 1,5 Milliarden Dollar als Entschädigung zugesprochen worden.

Vielfach werden derart hohe Strafen und Entschädigungen in den nächsten Instanzen allerdings reduziert. Drei vorherige Gerichtsverfahren waren nach Angaben der Konzerne zugunsten von Takeda ausgefallen. Eli Lilly tauchte in diesen Verfahren nach eigener Aussage gar nicht als Beklagter auf.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s